war er übermäßig froh über die Entdeckung, welche er ſo unverhofft gemacht hatte, und trat dreiſtiglich vor die Jungfrau, die dabei jedoch ungemein grimmig wurde und die Hand auf ihr gutes Schwert legte.
„Schöne Jungfrau!“ ſagt' der Königsſohn und trat ihr dennoch ganz nahe,„Sie mag ſich nicht einbilden,“ ſagt' er,„daß ich Ihr Leides thun will; doch mein Vater und Herr iſt ein ſehr ſtrenger Mann, und er würde es gewiß ſehr übel nehmen, wenn er dahinter käme, daß eine Jungfrau in ſeinem Heere iſt—— laß' Sie es alſo ein Geheimniß ſein unter uns!“
In dem Augenblick, meldet die Sage, ſiel gleichſam ein Mühlſtein auf den lilienweiſen Buſen der Jungfrau; ſie fühlte, daß ſie in einer unglücklichen Stunde mit dem Königsſohne geredet hatte; doch ſie ſchwieg und ſagte: „nun meinethalben!“
Und ſo ging es eine Zeitlang. Die Jungfrau wurde darauf ſtets von dem Prinzen mit ſeiner Liebe verfolgt, und er wollte ſie überreden, mit ihm in der Stille zu fliehen. Doch die ſchöne Jungfrau hatte einen Andern lieb, einen ſehr geringen und armen Mann, der ihr aber der Liebe wegen vielmal lieblicher und ſtolzer vorkam, als alle Königsſoͤhne in Swealand. Und dieſer Mann, den ſie leiden mochte, hieß Johannes, und gehörte zu den Kämpen auf Stongenäs, wo ebenfalls ſo wie hier auf Sotenäs ein König regierte— es war nämlich damals kein Mangel an Königen!
Da nun die Treue der Jungfrau dieſem Johannes gehörte, ſo wollte ſie ſchlechterdings nichts von den Ver⸗ ſprechungen des Prinzen hören, ſondern erzählte alles ihrem Vater und bat ihn um Erlaubniß, ſich in aller Stille von der Fehde hinweg nach Hauſe begeben zu dürfen. Der Vater, welcher wohl verſtand, daß der Koͤnigsſohn ſeine Tochter nicht zur Frau haben wollte, ſah ſie daher ſehr gerne zu Hauſe gut aufgehoben, und ließ ſie in vin tiefſten Stille abfahren. 1
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