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hat Nicoline mit einem ermunternden Blicke, während Georg ihn trotz ſeiner Complimente neben ſich zum Sitzen nöthigte, indem er fröhlich ausrief:„Wußte ich's doch, lieber Carolus, daß Du noch mehr Sagen konnteſt!“
„Nun ſo meinethalben— ein Schelm, der mit einer beſſern Zunge ſpricht, als er bekommen hat! Doch ſollte etwas fehlen, und ich kann nicht verſprechen, daß Alles gut geht, ſo müſſen Sie entſchuldigen, liebe Frau!“ Und nachdem Carolus nach dieſer kleinen Einleitung einigemal wechſelsweiſe die Stirn und die von Pech glänzenden Un⸗ terkleider gerieben hatte, ſo begann er ſeine Erzählung folgender Maßen:
„u jener Zeit— denn, ſehen Sie, mit dieſer Ge⸗ ſchichte geht's weit zurück— zu jener Zeit, da noch die
Naſenkönige lebten und hier auf dieſer Küſte regierten und ihre Schlachten und Kampfſpiele hielten, die noch heutiges Tages hier in den Felſen mit Pferden und Leuten und Schiffen, die ſie Drachen nannten, ausgehauen und eingeritzt ſtehen, und noch dazu ihre fürchterlich großen Gaſtmaͤhler hielten— denn ſie liebten nicht nur das Schwert, ſondern auch den Meth— da wohnte hier auf Grafwerna ein Mann, der als ein ſteifer Kämpe galt. Und dieſer Mann hatte eine Tochter. Von ihr hieß es, ſie habe an Schoͤnheit nimmer ihres Gleichen gehabt; wäre jedoch auch ſo mannhaft geweſen, daß ſie ſowohl Schwert und Bogen führen, als auch Boot und Segel eben ſo gut lenken konnte wie ein Mann; und darum war ſie auch immer mit ihrem Vater in jeder Art von Kampf, doch dann in männlicher Kleidung, ſo daß ihre Schönheit niemand ſehen und Luſt zu ihr bekommen möchte.
Doch wie ſie ſich auch in Acht nahm, ſo hatte doch an einem Morgen der Sohn des Koͤnigs ſie erblickt, ehe ſie ihre langen gelben, ſeidenen Haare unter der Stahl⸗ haube verborgen hatte. Und da der Prinz ſchoͤnen Frauen,
Liebe und Abenteuern vor allen Dingen zugethan war, ſo


