Teil eines Werkes 
5. Bd. (1868)
Entstehung
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Ehe noch die kleine Zeitſpanne von fünfviertel Jahren vorüber war, fand auch der alte Graf die Ruhe im Grabe. Sein Leben hatte noch am ſpäten Feier⸗ abend den Sonnenblick treuer, aufrichtiger Liebe ge⸗ noſſen. Marien's ſanftes und freundliches Gemüth verſäumte nichts, was den Greis erheitern konnte, und in der fröhlichen Knabenluſt ſeines Enkels blühten aufs neue die Erinnerungen an ſeine einſtige Knabenzeit in dem Herzen des hochbetagten Herrn auf. Harbich, dem Fortunatus ſeine Treuloſigkeit verziehen, blieb ſein Pfleger, bis der Tod ihm die Augen geſchloſſen hatte.

Fortunatus hatte gegen Mitte März 1747 nach Deſſau gemeldet, daß er mit ſeiner Familie auf einige Zeit zu Beſuch kommen werde, und der Hofmedicus freute ſich im voraus des Freundes; die Uebernahme ſeines Erbes aber verzögerte deſſen Ankunft von Tag zu Tage.

Und wieder war der ſiebente April, der alljährlich wiederkehrende Tag des Lachsfanges, erſchienen. Wie immer geſtaltete ſich an ihm eine Art Volksfeſt. Der alte Deſſauer zeigte ſich recht heiterer Laune, denn, wie er ſagte, hatte er einige Tage vorher ein Hauptwerk beendet, nämlich ſein Teſtament gemacht, das er dem Leipziger Rath zur Verwahrung überſendet habe. So⸗ mit war ſeine Zukunft eine ſorgenloſe geworden; im