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in daſſelbe geltend mache. Ich habe dies Recht durch ſchwere Leiden, ja, ich kann ſagen, durch den Tod er⸗ worben, den jener Auswurf über mich verhängte.“ Und zur ſterbenden Gräfin ans Bett tretend, ſprach er laut:„Ich will kein Gedächtniß haben für das, was Sie an mir gethan. Sterben Sie ruhig, möge Gott Ihnen ein milder, gnädiger Richter ſein. Ich vergebe Ihnen.“
Die kalten abgezehrten Hände der Gräfin haſchten nach der ſeinen, ihre Augen hafteten mit gläſernem Blicke auf ihm und kaum verſtändlich ſtöhnte ſie die Frage heraus:„Und— meinem— Sohne?“
Es lag in dieſer mühſamen Aeußerung der ſchon faſt vom Leben Geſchiedenen etwas Ueberwältigendes, dem Fortunatus ſich nicht entziehen konnte. Die un⸗ gemeſſene Mutterliebe zu dem Verbrecher gab auch jetzt noch nicht den Gedanken an ihn auf. Tief von dieſer Ausdauer einer urſprünglich ſo erhabenen und ſie zu ſo ſchweren Verirrungen verleitet habenden Liebe ergriffen, antwortete der junge Graf:„Auch ihm— Gott ſei mein Zeuge! Sterben Sie in Frieden.“
Sie hatte ihn verſtanden, die Kraft zu einer Ant⸗ wort war jedoch von ihr gewichen, nur ihre Lippen bewegten ſich noch einige Male, als wolle ſie ſprechen; die Worte aber blieben unhörbar. Wenige Minuten ſpäter hatte ſie geendet.


