Teil eines Werkes 
5. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

178 trat, wirkte übermächtig auf ſie ein. Ihre Beſin⸗ nung unterlag dem entſetzlichen Eindruck deſſelben, ſie verfiel einer Ohnmacht und Fortunatus fand in dieſem Vorfalle die Andeutung, daß die geringſte Unvorſichtig⸗ keit ſeinerſeits ſeiner Gemahlin das Leben koſten könne. Und was hätte ihn auch nöthigen ſollen, ſich aus dem Hauſe zu begeben, in die Stadt hineinzugehen? Der Hof war über Hals und Kopf geflüchtet, und zwar in ſo raſender Haſt, daß man einen Theil der kleinen königlichen Familie mitzunehmen vergeſſen hatte. Und mit dem Hofe war auch der Reichsgraf Brühl mit ſeiner Fa⸗ milie und den hoch ariſtokratiſchen Perſonen, die zu der öſterreichiſchen Clique gehörten, von dannen gezogen. Es war am zweitfolgenden Tage nach dem Ein⸗ marſch der Preußen, als der kleine Fortunat, angezogen von dem luſtigen Schneegeſtöber, in das die kalte Mit⸗ tagsſonne grell hineinblitzte, ſodaß die kleinen Flöck⸗ chen wie in einem Glorienſcheine durcheinander ſich trieben, als ſpielten ſie ein neckiſches gegenſeitiges Haſchen, im anſtoßenden Zimmer auf einen Stuhl ge⸗ ſtiegen war, das Fenſter geöffnet hatte und, über deſſen Brüſtung ſich hinauslehnend, mit beiden Händchen nach den wirbelnden Flöckchen griff und in kindiſcher Freude jubelte, wenn er eins in der hohlen Hand ge⸗ fangen hatte.

3