Teil eines Werkes 
5. Bd. (1868)
Entstehung
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wo das Geſchützkrachen der Keſſelsdorfer Schlacht wie ein unaufhörlicher Donner in den Lüften gewüthet, empfunden hatte, konnte es nicht ſehr auffallend er⸗ ſcheinen, daß dies zarte weibliche Weſen, in tiefſter Seele erregt, jetzt von der Folge der an ihr verübten Brutalität um ſo mehr ergriffen wurde. Der herbei⸗ gerufene Arzt verordnete die tiefſte Ruhe bei dem Ge⸗ brauch einer Medicin, aber leider war die Zeit eine ſehr ungünſtige für eine ununterbrochene Ruhe des Gemüthes.

Der bevorſtehende Einmarſch der ſiegreichen Preußen war ganz geeignet, Mariens Seele mit neuer Angſt zu erfüllen, beſonders da des alten Deſſauers Regiment, das von den ſächſiſchen Kugeln ungemein ſtark gelichtet worden, gleichſam zur Belohnung für ſeine Bravheit und Ausdauer in dem entſetzlichen Kampfe in die Hauptſtadt verlegt werden ſollte. Nur erſt dann fühlte Marie ſich etwas beruhigt, als ihr Gemahl ihr das Verſprechen gab, unter keinen Umſtänden das Haus verlaſſen zu wollen, ſolange das Halleſche Muſter⸗ regiment in der Hauptſtadt ſtehe.

Denke Dir, Fortunatus, wenn einer Deiner ehe⸗ maligen Kameraden Dich erkennen ſollte, Du als De⸗ ſerteur ergriffen würdeſt! Das Bild dieſes Unglücks,

welches ſo lebhaft vor die Seele der jungen Gräfin Franz Carion, Ein deutſcher Fürſt. V. 12