gefaltet hält und ſein Blick auf das ſich in der reinen Empfindung ihrer Freude am Bewußtſein, in Jeſu einen Helfer und Beiſtand zu haben, verklärende Antlitz ſeiner frommen Gemahlin richtet— das bot ein wunderbar anheimelndes Intereſſe für jedes empfängliche Gemüth; trotzdem aber fühlte ſich die Prinzeß mehr von jenem erſten Bilde angezogen. Das Denken und Fühlen der königlichen Frau, von deren Lebensgange ſie ſo viel hatte erzählen hören, war ihr vertrauter als die gleichſam angeborene Frömmigkeit der ſanften Ora⸗ nierin.
Prinzeß Amalie vereinte eine ſchnell geweckte Em⸗ pfindungsfähigkeit mit einem robuſten Naturell, aber letzteres war vorherrſchend, ließ ſie nie in Schwärmerei und falſche Sentimentalität verfallen und deswegen ähnelte ihr Weſen mehr dem der vor ihr im Bilde ſtehenden Königin.
Der Hofmedicus hatte nicht im entfernteſten geahnt, Jemand hier zu finden, als er ſeinen Weg durch dieſen Saal nahm, aus dem eine Thür auf den Cor⸗ ridor führte, wo Anna ein kleines Zimmer bewohnte. Es war unmöglich, durch den ziemlich geräumigen Saal zu ſchreiten, ohne daß die Prinzeß ihn hätte be⸗ merken ſollen. Das Geräuſch ſeiner Schritte hätte ihn verrathen. Er ſchritt ihr alſo näher.
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