Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
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es eine große Beruhigung für einen Kranken, ſeinen Wunſch erfüllt zu ſehen, und zweitens iſt dieſer Kranke, mag er auch Fehler haben, die des Namens wegen, den er führt, nicht gutzuheißen ſind, doch immer unſer Sohn, entgegnete die Fürſtin mit Nachdruck.

Ja, iſt'n lebendiges Kinkerlitzchen, mein Herr Sohn Friedrich Heinrich Eugen! rief der alte Herr ſpöttiſch.Ein Kerl, der jetzt ins ſechsunddreißigſte Jahr geht und noch nicht geheirathet hat aus Furcht vor den Weibsleuten. Bindfadenſeele die! Hat nicht einmal'n galantes Abenteuer gehabt und iſt'n Deſ⸗ ſauer Kind! Das iſt doch zur Schwerenoth, was ich an dem für ein heiliges Stück von Sohn habe! Hahaha!

Frau Annelieſe verharrte in Schweigen, aber ihr Blick ruhte ſo feſt auf ihrem Gemahle, daß dieſer in ſichtbare Verwirrung gerieth und ſehr haſtig rief:Ja doch, ja, abgemacht, der Hofmedicus ſoll hin, gebe meine Genehmigung dazu.

Wenn mein gnädigſter Papa erlaubt, ſo ſchlagen wir mit einer einzigen Klatſche zwei Fliegen todt, äußerte Prinzeß Amalie.

Na?

Mein Fräulein, Marie von Rönnenkamp, tritt aus meinem Dienſte und will nach Dresden. Ihr Verlobter iſt dort. Der Hofmedicus könnte ſie mitnehmen.