Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
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Meine gütigſte, gnädigſte Herrin, es mag vielleicht recht lächerlich klingen, daß ich ſage, mir iſt, als hätte ich andere Augen, denn ich ſehe Alles anders an. Das Heute iſt ſo verſchieden von dem Geſtern vor meinem Blicke wie Tag gegen Nacht. In mir iſt Jauchzen und Fröhlichkeit. So heiter, ſo ſelig war ich noch nie. Ich habe ſagen hören, daß, wenn das letzte Band ge⸗ fallen iſt, welches Seele und Körper feſt zuſammenge⸗ halten hat ein ganzes Leben lang, die Seele, frei ge worden von aller Trübſal, triumphirend aufſtiege in das All zu den freigewordenen Seelen, voll Jubel,

voll Entzücken über die Wiederkehr in ihre Urheimat

ſo iſt mir. Ich möchte mich fragen, biſt Du heute denn wirklich die Anna von geſtern? Das kann ja nicht ſein. O gewiß, es iſt ein Wunder mit mir ge⸗ ſchehen, ich fühle es, ich weiß es, aber es ſo recht auszuſagen, wie es an und in mir heraufgewachſen ſo mächtig, ſo ſchön, das kann ich nicht, dies Empfinden iſt himmliſch wie ein großes Meer, in dem ich ſchwimme und das kein Ende hat, vor dem ich keine Furcht fühle, ſondern lauter Freude, lauter Wonne.

Der Hofmedicus wurde gemeldet. Lächelnd ſprach die hohe Frau:

Nun, meine Liebe, ſage Sie es ihm nur, daß er Sie in ihrer Schwimmprobe recht feſthält, damit Sie