Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
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gegen Marie in mir tragen mußte, ja, mußte, denn wenn ich von ihr wegging, klang's immer wie eine von fern zu mir tönende Stimme: Sie iſt edel und gut, und ich liebte ſie, wenn ich mir's auch nicht geſtehen wollte. Dann aber drängte ſich der böſe Geiſt des Haſ⸗ ſes an mich heran und trug wieder den Sieg davon, daß ich Falſches gegen ſie im Herzen zu ihr ging und mit Angſt begierig auf Alles lauerte, was ich in mei⸗ nem verwirrten Sinne ihr als Verbrechen auslegen konnte.

Sie hat ſich ſelbſt den Diebſtahl am Beſten, was das weibliche Herz haben kann, am Glauben zu dem Manne ſeiner Wahl, zuzuſchreiben. Danke Sie Gott,

daß der wüſte Traum verflogen iſt. Sie muß ſich wie

neugeboren fühlen, denke ich.

Neugeboren? Ob dies Wort das ſo bündig aus⸗ zuſprechen im Stande iſt, weiß ich nicht; es muß noch einen andern Zuſtand geben, der mit dem zu vergleichen iſt, in welchem ich jetzt mich fühle. Es iſt mir, als ſchwebte ich hoch, hoch auf glänzenden Wolken über die ſonnenbeſtrahlte Erde hin, als wäre gar nichts mehr in mir, das mich niederzöge zu den Schatten zwi⸗ ſchen dem Erdenglanze, und ich hätte Flügel, die mich immer höher trügen, und wäre ſo frei und glücklich in Seele und Herz, wie ich es war in meiner Kinderzeit.