Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

Wie ſchnell ſeine Lage ſich änderte, iſt bereits er⸗ zählt. Fortunatus durfte nicht fürchten, daß er er⸗ kannt werde, ſein von Blattern zerriſſenes Geſicht machte ihn ſicher für die unkenntlich, welche ihn zu der Zeit gekannt hatten, als er noch unentſtellt ein feiner, ſchmucker Cavalier geweſen war. Den ſicherſten Beweis dafür fand er in dem Umſtand, daß kaum zwei Wochen ſpäter, als er eines Nachmittags mit den andern Rekruten exercirte, der Erbprinz, der ihn vor Jahren beſonders ausgezeichnet hatte, dieſen Uebungen wohl eine halbe Stunde zuſchaute, ohne ihn zu er⸗ kennen.

Wenden wir uns nun jenem Moment zu, in welchem ſein Kamerad und Quartiergenoſſe Barthel von ihm er⸗ fahren hatte, daß er, ohne es zu ahnen, ihm die Ge⸗ wißheit von dem Tode ſeiner Gemahlin und dem Leben ſeines Kindes gegeben habe. So reſolut Barthel auch war, ſo dauerte es doch eine ziemlich lange Weile, ehe er ſich mit dem Gedanken wertraut machen konnte, in ſeinem Kameraden, der noch weit ärmer, als er war, einen hochgeborenen Grafen zu erblicken. Fortunatus faßte ſeine Hand und ſprach tief ergriffen:

Barthel, treue, ehrliche Seele, wenn ich mich jetzt neu angeregt fühle zu dem feſten Glauben, daß eine unſichtbare Macht in mein Leben greift und mich