Die miteinander Sprechenden gingen, den Wind im Rücken, an ihm vorüber. Eine eigenthümliche Ueber⸗ raſchung war es für ihn, als er in der an ihm zu⸗ nächſt Vorübergehenden die Freundin ſeiner Gemahlin, Frau Doris Schomer, zu erkennen glaubte. Er wollte ihr nach, ſie anreden, jedoch ein wohlgekleideter Mann, der auf beide Frauen haſtig zugeſchritten kam und mit ihnen ſprach, hinderte ihn daran. Faſt zu gleicher Zeit rollte auch ein Fuhrwerk raſch heran, deſſen Kutſcher auf des mit den Frauen ſprechenden Mannes Anruf ſtill hielt. In Eile ſtiegen die Drei ein und das Ge⸗ ſpann trabte raſch weiter. Fortunatus hatte ſich den Einſteigenden genähert, jedoch ihre Eilfertigkeit, in den ſchützenden Wagen zu kommen, war die Urſache, daß ſie nicht auf ihn achteten. Jetzt lief er mit großen, weiten Schritten dem Wagen nach, aber ihn zu errei⸗ chen, war ein eitler Verſuch, bald entſchwand er ihm aus den Augen und Fortunatus ſah ſich genöthigt, dieſen Wettlauf aufzugeben. Nur die Ueberzeugung, daß es ſeiner Armuth nicht möglich ſei, noch einige Tage ſich in Berlin aufzuhalten, um Frau Doris, vorausgeſetzt, daß ſie es wirklich geweſen war, die er geſehen hatte, ausfindig machen zu können, führte ihn aus der preußiſchen Königsreſidenz. Er war tief nie⸗ dergeſchlagenen Gemüthes.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


