Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

tunatus' Worten fand er den Anlaß dazu; dieſer wollte ihn nicht tödten, nur der Schande, der Verach⸗ tung preisgeben. So entſetzlich auch der Gedanke war, öffentlich aus der Zahl der Edelleute am Hofe aus⸗ geſtoßen werden zu ſollen, ſo knüpfte ſich doch an dieſen Schauer noch ein Hoffnungsſchein, vielleicht auf irgend eine Weiſe dies ſeine ganze Zukunft vernich⸗ tende und mit einem unausſprechlichen Brandmale kenn⸗ zeichnende Geſchick von ſich fern halten zu können. In ſeine feige Seele kam wieder Spannkraft. Fortunatus bemerkte auf einem Klapptiſch an der Wand Schreib⸗ material und Schreibzeug. Eine Idee ſtieg in ihm auf.

Setze Dich, Schandbube, und ſchreib', was ich Dir dictire! befahl er ihm.

Der Baron rührte ſich nicht.

Setze Dich und ſchreib'! herrſchte ihm jener zu. Es wird erbaulich ſein, wenn ein Schurke Deines⸗ gleichen das Bekenntniß ſeiner eigenen Schandthaten niedergeſchrieben hat.

Erbarmen, Erbarmen! ſtöhnte der Baron, der wohl einſah, daß ein ſolches ſchriftliches Bekenntniß ihn ſchon als Edelmann entehren müſſe.

Schreibe, oder die Kugel dieſes Piſtols zerſchmettert Dir's Hirn! donnerte Fortunatus, indem er die ge⸗ ladene Waffe aus der Taſche zog und auf ihn hielt.