Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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Der Baron entwickelte ſo gewiſſermaßen einen Gal⸗ genhumor bei dieſer Gelegenheit, von dem Fortunatus ſich aber widerlich berührt fühlte. Ob jener dieſe Ver⸗ änderung in der Stimmung des ihm Zuhörenden ge⸗ wahrte und deshalb ſeinen Ton änderte, blieb unent⸗ ſchieden; aber dies mußte wahrſcheinlich der Fall ſein, denn er ging ſchnell in einen weit herzlichern Ton über, indem er weiter redete:

Da es Dir lächerlich erſcheinen dürfte, daß ich gerade zur Winterzeit Urlaub nach Breslau genommen, ſo glaube ich es mir ſelbſt ſchuldig zu ſein, Dich dar⸗ über aufzuklären. Ich habe daſſelbe Mißgeſchick, was ſchon manchen Cavalier am hieſigen Hofe zur Ver⸗ zweiflung gebracht hat Schulden. Bah! nicht viel, denke Dir keine ungeheure Summe dabei, nur zwölf⸗ tauſend Gulden; Kleinigkeit zwar, aber doch drückend. Ehedem war ich ein loſer Patron, mein väterlich Erb⸗ theil ging in die Lüfte, Du wirſt das gehört haben; ich mußte alſo meine gnädige Mama zur Auszahlung bewegen. War es da ein Wunder, daß ich mich zur Ausführung der Tappenburger Lüge entſchloß? Ich wußte, warum, und mein Calcül hat mich nicht be⸗ trogen. Deine Gemahlin ſollte ich an ein wenige Mei⸗ len von hier entferntes Kloſter abliefern, dann war ſie für immer der Welt entrückt, wer hätte ſie hier ge⸗