Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

202

nach auch ihn zu ihr führen, das war ja ſo natürlich, ſo folgerecht. In Fortunatus Herz ſtieg gewiſſermaßen Reue auf; er hatte den Stiefbruder falſch beurtheilt, den Haß, den er gegen deſſen Mutter in ſich nährte, auch auf ihn übertragen, und er fand ihn anders, als er ihn zu finden erwartet. Nur zwei Begegnungen hatte er bis jetzt mit ihm gehabt, und zwar jede nur auf ſo kurze Zeit, daß von einem Kennenlernen des Charakters keine Rede ſein konnte. Unter allen Um⸗ ſtänden war anzunehmen, daß der Baron jetzt ſich ſo gab, wie er war. Daß er ihn bei ſeinem erſten An⸗ blicke hatte erſchrecken ſehen, rührte offenbar nicht da⸗ von her, daß er in ihm den Bruder erkannt, ſondern davon, daß ſein blatternzerriſſenes Geſicht ihm als ein fremdes und zugleich abſchreckendes erſchienen war.

Geſpannt, wie ſich alles ihm noch Dunkle und Räthſelhafte aufklären werde, harrte er des Barons, und dieſer ließ nicht lange auf ſich warten.

Ich habe ſie glücklich zu ſchneller Verabſchiedung bewogen, ſagte derſelbe heiter.Jetzt, mein theurer Fortunatus, ſtehe ich ganz zu Deiner Verfügung, dann, wenn wir gegenſeitig uns ausgeſprochen und Alles be⸗ ſprochen haben, denn ich glaube Dir über Manches, was Dir dunkel erſcheint, Licht geben zu können, machen wir eine Waſſerpartie.