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„Eine Waſſerpartie? Wie kommſt Du auf dieſe Idee?“
„Ah ſo, ich habe vergeſſen, hinzuzufügen, daß ich Dich zu Deiner Gemahlin führen will. Wollteſt Du das heute nicht?“
„Sogleich, ſogleich, wenn es möglich wäre.“
„Sogleich iſt unmöglich, ich muß noch ein Stünd⸗ chen warten, habe heute Reſervedienſt bei Ihrer Ma⸗ jeſtät der Kaiſerin, das heißt, vor fünf Uhr bin ich für heute nicht unbeſchränkter Herr meiner Zeit.“
„Vor allem ſage mir, wo lebt Marie, in welcher Lage?“ fragte Fortunatus.
„Zwei Meilen ſtromabwärts in einem Privathauſe als Dame, die es nöthig hat, ſich auf einige Zeit aus dem Geräuſche der großen Welt zurückzuziehen“, ant⸗ wortete der Baron ſcherzend.„In einer Stadt wie Wien ſind Häuſer dieſer Art keine Seltenheiten; warum? brauche ich Dir wohl nicht erſt zu erklären. Es iſt eine bürgerliche Familie, bei der ſie mit ihrem Kinde lebt.“
„Mit ihrem Kinde—“
„Knäblein hätte ich ſagen ſollen.“
„Mit ihrem Knäblein? O welches Glück, daß ich mich entſchloß, hierher zu reiſen, nicht dem Aus⸗ ſpruche meines Vaters, ſie ſei todt, Glauben ſchenkte. Ich werde ſie wiederſehen, ſie und mein Kind in meine


