Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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Gegners und bemerkte nicht ohne Befriedigung, wie Baron Warkotſch faſt auffällig einem Schreck unterlag, als er ihn erblickte; aber der gewandte Hofherr wußte ſich zu faſſen.Ein Freund von Breslau iſt mir ge⸗ meldet worden, hob er an.Wer iſt der Herr, den ich zu ſprechen die Ehre habe?

Graf Fortunatus Almeslo.

Hatte der ſeinen Namen Nennende erwartet, daß ſein Stiefbruder, durchſchauert vom böſen Gewiſſen, jetzt durch ſein Benehmen ihm Anlaß zum Ausdruck der heftigſten Entrüſtung über die von demſelben be⸗ gangene Schandthat geben werde, ſo ſah er ſich zu ſeiner größten Ueberraſchung von dieſem Irrthume zu⸗ rückgebracht. Der Baron erwies ſich als die Brüderlich⸗ keit ſelbſt und er beſaß auch wirklich das Mittel dazu, dem, was er ſprach, das Gepräge der vollſten Wahr⸗ heit zu geben. Sein Ton war herzlich, überredend; es ſchien unmöglich, daß die Lüge ſich derartig in das Ge⸗ wand der Aufrichtigkeit kleiden könne, um die Ueber⸗ zeugung eines Andern vom Gegentheile nicht nur zu erſchüttern, ſondern dieſe ganz zu ihren Gunſten zu verkehren.

Fortunatus! rief er mit allen Zeichen der höchſten Ueberraſchung.Mein Himmel, wie hat Dich die ab⸗ ſcheuliche Krankheit entſtellt! Ohne Nennung Deines