———
☛̈— K
4
195
ſorgſam vor mir geheim gehaltene Angelegenheit ſpre⸗ chen, nicht heimlich gegen ihn handeln ſollen“, redete der alte Graf ſehr unwirſch.„Fortunatus iſt kein bös⸗ artiger Charakter, nur ein Heißſporn, den die Leiden⸗ ſchaft oft zu unrechtem Thun hinreißt.“
„Um deſto mehr muß ich es als den glücklichſten Zufall meines Daſeins anſehen, daß der Thürriegel ſo feſt hielt, um nicht unter den Händen dieſes Heißſporns zur Leiche zu werden, denn Sie, Graf, würden, wenig⸗ ſtens Ihrer Parteinahme für denſelben nach zu ſchlie⸗ ßen, ſehr bereitwillig geweſen ſein, für den an mir verübten Mord ihn noch zu entſchuldigen“, bemerkte ſeine Gemahlin höchſt indignirt und fuhr nach einer Pauſe fort:
„Haben Sie vergeſſen, welche Combination damals, als es Ihnen bekannt wurde, daß er die Tappenburg als Aſyl für ſein Zuſammenleben mit der Tochter des Gehängten benutze, Sie in den größten Zorn verſetzte, der mich um Ihr Leben beſorgt machte? Da es faſt ſo ſcheint, als ob Sie ſich derſelben nicht mehr erinnerten, ſo finde ich es, wie wenig dies auch für mich tröſtlich iſt, nothwendig, Ihnen dieſelbe ins Gedächtniß zurück⸗ zurufen. Sie erkannten damals, daß Ihr Sohn auf Ihren Tod warte, um dann mit der Proclamation ſei⸗ ner ketzeriſchen und ſo vorſichtig ins Gewand des Ge⸗ 13


