ehrt durch Deine ſchnöde Lüge. Betrug iſt all Deine Kunſt. Den Vater haſt Du von mir abwendig gemacht, meine Gemahlin haſt Du mir entriſſen, mein Kind— wo ſind ſie? wo? Sie ſind nicht todt, Gott kann kein Verbrechen begünſtigen. Dein Sohn hat das Buben⸗ ſtück ausgeführt, mit einem falſchen, meiner Handſchrift nachgeahmten Briefe meine Gemahlin getäuſcht. Wo iſt Marie? Wo mein Kind?“
Seiner Sinne nicht mächtig, riß er den Degen aus der Scheide und ſtürzte auf ſie zu.
Einen gellenden Schrei ausſtoßend, flüchtete die Gräfin vor der blanken Waffe aus dem Zimmer, er ihr nach, den Gang entlang. Unfehlbar würde er ſie niedergeſtoßen haben, aber er ſtrauchelte zufällig über einen am Boden liegenden geringen Gegenſtand, jedoch ohne zu fallen; die wenigen Sekunden Verzug waren indeß Retter für die Fliehende, ſie erreichte die Thür ihres Zimmers, und als Fortunatus dieſe aufreißen wollte, ſchob ſich im Innern der Nachtriegel vor.
Das heftige Klingeln in dem Gemache des Grafen Oberſt rief die Diener zuſammen; ſie eilten von allen Seiten herbei und prallten erſchrocken zurück, als ſie den Sohn des Hauſes in höchſter Aufregung, mit gezogenem Degen und wüthend an der verriegelten Thüre rüttelnd, erblickten. Keiner wagte ſich an ihn,
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