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„Es iſt ja aber vollkommen unmöglich, daß die von Menſchenhänden gemachten Karten ſolche Geheimniſſe, welche von Niemand zur Schau getragen werden, verrathen könnten“, entgegnete Anna; aber in dieſem Zweifel lag der Wunſch, dies Orakel kennen zu lernen, nicht ſo ausgeſchloſſen, daß Frau Binſe nicht eine Auf⸗ forderung darin hätte finden ſollen, die Untrüglichkeit deſſelben ins hellſte Licht zu ſetzen, und das Reſultat ihrer Beſtrebung endete damit, daß Anna ſich entſchloß, wenigſtens, wie ſie ſagte, den Verſuch zu machen.
Sehr befriedigt verließ Frau Binſe das Schloß, in welchem durch die Ankunft Herrn Leupold's ſofort ein beweglicheres Leben eingetreten war, denn bei dem alten Herrn war es immer ungewiß, welche Stimmung bei ihm die vorherrſchende ſei; heute jedoch mußte er ſich in ganz beſonders roſiger Laune befinden, denn wie ein Lauffeuer ging's unter der Dienerſchaft herum, der Durchlauchtige habe den prächtigſten Sonnenſchein mit⸗ gebracht, und es ſei nichts von ihm zu fürchten.
Der Kammerdiener Jakob Kältſch war ſofort nach der Ankunft mit ſeinem Herrn von dieſem zu ſeiner Familie entlaſſen worden, eine Gnadenbezeigung, die ganz außergewöhnlich war, und der Schloßgärtner, der zufällig bei einem Gange durch den Garten nach den Fenſtern des alten Herrn hinaufgeblickt und, als er


