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laut auf und würde jedenfalls ihrer Suada freien Lauf gelaſſen und aus dem reichen Schatze der Erinnerungen an Vorkommniſſe, wo Seine Durchlaucht ſeine geringe Begabung oder Luſt zu Höflichkeitsäußerungen beſonders an den Tag gelegt hatte, Einiges zum Beſten gegeben haben, wenn die Fürſtin ihr nicht ſofort eine Schranke gezogen und ſie ermahnt hätte bei der Sache zu blei⸗ ben. Nachdem die Hökerin ihre erſte Begegnung mit Doctor Stoll mit allem Aufwand von Aerger geſchil⸗ dert, den ihr die von demſelben ihr angethane Be⸗ ſchimpfung„alter Drache“ verurſacht, fügte ſie ſehr umſtändlich hinzu, wie der gnädigſte Herr Durchlaucht ſie zum Rapport über den Doctor aufgefordert, und als ſie, dieſem Befehle nachzukommen, durch ihren Binſe, mit dem ſie in großen Spectakel deswegen gerathen, weil er es in ſeiner Einfalt als einen großen Verſtoß gegen ſeine militäriſche Reputation betrachtet, Spions⸗ dienſt durch ſie verrichtet zu ſehen, dem Durchlauchtigen habe melden laſſen, wie der Doctor Umgang mit Juden habe, was doch ſicherlich nicht für einen Hofmedicus paſſe, hätte Seine Durchlaucht gelacht wie'n Schieß⸗ vogel und dem Binſe erklärt, daß er ſich da nur einen Jux mit ihr gemacht, um ihr Läſtermaul zur Ruhe zu bringen.
„Unſereins iſt nicht hinterm Zaun aufgewachſen“


