Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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iſt das mit Ihr? Ich hoffe, daß Sie aufrichtig gegen mich ſein wird.

Ich fühle mich nicht recht wohl, gnädigſte Frau.

Ich glaube Ihr das, aber da iſt zu helfen. Doctor Stoll wird ſich's gewiß angelegen ſein laſſen, ihr bei⸗ zuſtehen.

Anna blieb die Antwort ſchuldig. Sie ſtand vor der hohen Frau, den Blick zu Boden geſenkt.

Sie muß da freilich nicht ſo obſtinat ſein, wie Sie es vorhin im Garten gegen ihn geweſen.

Mein Gott! fuhr Anna erſchrocken auf.

Das iſt Ihr Unwohlfühlen, meine Liebe. Zwiſchen Euch beide iſt wie auf gute, vielverſprechende Frucht ein Mehlthau gefallen und hat Eure Eintracht vergiftet. Wie kam das? Rede Sie.

Anna ſchwieg; die Fürſtin trat einen Schritt von ihr zurück. Sie war unangenehm überraſcht von dieſem hartnäckigen Stummbleiben, es hatte ſo ganz den An⸗ ſtrich des Trotzes.

Sie empfiehlt ſich mir ſchlecht, Anna. Ich liebe Offenheit und Vertrauen und glaube ein Anrecht darauf bei allen denen zu haben, welche in meiner Nähe ſind. Bei Ihr, ſcheint es, habe ich mich in dieſer Annahme getäuſcht. Es thut mir leid um Ihrer ſelbſt willen, denn für ein junges Mädchen iſt es von der ſchlimmſten