Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

ſchien faſt, als wirkten ſeine Worte günſtig auf ſie, ihr Geſicht war dem ſeinen zugewendet. Nach einer Weile wendete ſie es aber raſch von ihm ab. Doctor Stoll ſchien von dieſer offenbaren Abweiſung deſſen, was er

zu ihr geſprochen, entrüſtet. Er ließ ihre bis jetzt

feſtgehaltene Hand plötzlich los, erhob ſich raſch, machte einige Schritte, als wolle er von hinnen gehen, blieb aber, als beſänne er ſich eines Andern oder bereue ſeine raſche Handlungsweiſe, ſtehen, wendete ſich zu ihr zurück, und eine Handbewegung, die die Fürſtin ihn machen ſah, ſchien eine Frage an ſie zu begleiten. Die von Anna's Seite erfolgende Antwort mußte jedoch gegen alle ſeine Erwartung ausgefallen ſein, denn raſchen Schrittes, ſichtbar in großer Aufregung, eilte er weg. Anna blieb noch eine Weile ſitzen, dann erhob ſie ſich, legte die Hand wie ſinnend an die Stirn und verließ langſam den Ort.

Was in aller Welt muß zwiſchen dieſe Beiden ge⸗ fallen ſein! rief die hohe Frau.Ich muß es wiſſen. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Froſthauch zwi⸗ ſchen zwei Herzen. Er iſt der Tod für das eine oder das andere, zuweilen für beide.

Ein halbes Stündchen ſpäter wurde Anna von Audritzky zu ihrer fürſtlichen Herrin beſchieden.

Trete Sie zu mir, Anna. Sie hat geweint. Was