Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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nach dieſer traurigen Parade auf dem Brückengeländer einſam geſeſſen, allen ein Beiſpiel des tiefſten Vater⸗ ſchmerzes, nur die das geſehen, wußten, daß er weinen konnte, und jetzt weinte er wieder, da es ſeinem könig⸗

lichen Freund galt.

Der König ließ ſich ans Fenſter fahren, von hier konnte er den Marſtall überſehen und ſeinen Blick an den herausgeführten prächtigen Roſſen weiden.

Wählen Sie, mein lieber Freund, und Er, Herr Generaladjutant, ſich jeder eins als Andenken an mich, ſprach er leiſe zu Herrn Leupold und Herrn von Haake.

Wortlos deutete der erſtere auf eins der Thiere.

Nehmen Sie doch das da, ich ſtehe dafür, es iſt gut, ſagte der König, auf ein anderes Pferd mit kleinem Kopfe, dünner Mähne, ſchlankem Gliederbau und edler Haltung zeigend, dem das berberiſche Stamm⸗ land in dem ſtolz gebogenen Halſe gleichſam ſein unverkennbares Zeichen verliehen.

Herr Leupold war unfähig zu antworten. Der König legte die Hand auf ſeinen Arm und ſagte trö⸗ ſtend:Wir müſſen alle der Natur unſere Schuld zah⸗ len, das iſt unſer Geſchick.

In dieſe ergebungsvolle, feierliche Stimmung des Königs fiel aber ein ſchwerer Anlaß zum Jähzorn. Die Stallbedienten, denen ein Diener die Meldung Franz Carion, Ein deutſcher Fürſt. II. 13