hen, ein wenig friſche Luft im Garten in meiner Be⸗ gleitung zu ſchöpfen?“
Es war der kaiſerliche Geſandte, Fürſt Wenzel Liech⸗ tenſtein.
„Hm, kann wohl nicht ſchaden, man braucht jetzt Luft, viel Luft,'s iſt hier etwas ſchwül.“
„Ganz recht, Durchlaucht, iſt auch meine Anſicht. Ich dürfte vielleicht bei einem kleinen Erholungsgange im Garten Eure Durchlaucht mit verſchiedenen An⸗ ſchauungen meines allerhöchſten Herrn, des Kaiſers Majeſtät, die jetzige ſich hier leider abwickelnde Kriſis betreffend, bekannt machen.“
„Kenne dieſe aus Allerhöchſtem, mir geſtern erſt zugegangenem kaiſerlichem Handſchreiben bereits, aber gehen wir.“
Der alte Deſſauer befand ſich wirklich in einer Kriſe, in der ihm die zur Geſtaltung reifenden Dinge nicht ganz geheuerlich erſchienen. In ſich trug er die unangenehme Ahnung, daß es mit ſeiner in den mei⸗ ſten wichtigen Fällen bisher der alleinigen Geltung ſich erfreuenden Autorität ſehr unſicher ſtehe. Es war kaum zu glauben, daß der neue König, deſſen Anhang ihm eben nicht ganz freundlich zugeneigt war, ihm eine ent⸗ ſcheidende Stimme im Rathe einräumen werde, und bei ſeinem jähzornigen Naturell war es nur folgerichtig,


