Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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aufſtehen ließ. Herr Leupold hörte in einem derſelben die Stimmen mehrerer Bekannten. Es waren Herren, welche hohe Aemter bekleideten und dem ſterbenden König ſtets treuergebene Diener geweſen waren; aber er hatte nicht Luſt, in ſeiner jetzigen Stimmung zu ihnen zu treten. Sie unterhielten ſich von den Erinnerungen aus der einſtigen Kindheit und Jugend ihres Gebieters, und es machte ihm faſt Freude, ſo unbemerkt, draußen an die Thüre gelehnt, ihnen zuhören zu dürfen. Er hörte den Grafen Finkenſtein ſprechen:

Hinterm Berge hat der gute Herr zu keiner Zeit gehalten, er iſt immer offen geweſen in Scherz wie in Ernſt. Das hat er ſchon als zartes Prinzlein dar⸗ gethan. Jetzt lacht man darüber, damals aber war man in ſteter Angſt wegen ſeines vor keiner Gefahr und keinem tollen Streiche zurückſchreckenden Charakters. Die gute Dame de Rocoulles hat mir manchmal hoch und theuer zugeſchworen, daß ihr der entſetzliche Schreck nicht aus der Seele ſchwinden werde, den er ihr eines Tages eingejagt, wo ſeine allergnädigſte Frau Mutter Geſellſchaft bei ſich empfangen, in die er, das Prinzlein, wohl friſirt und in einem goldſtoffenen Kleidchen ge⸗ bracht werden ſollte. Als Madame de Rocoulles nur für einen Augenblick den Rücken gewendet, hatte er ſich unſichtbar zu machen gewußt. Madame war höchſt