Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Die Schürze von den Augen langſam niedergleiten laſſend, antwortete Frau Doris mit erkünſtelter Scham: „Wie Er nur ſo curios fragen kann, Herr Bank! Das ſieht Er doch, daß ich mit dem Trunkenbold von Mann ein recht unglückliches Weib bin. Denkt Er wohl, ich hätte keine Augen, um unterſcheiden zu können, wie ich an

rSeite eines braven Mannes gewiß recht glücklich könnte?“

Mehr bedurfte es nicht, um den würdigen Korporal in Feuer und Flamme zu ſetzen.„Weibel! Herzens⸗ weibel!“ rief der außer Reih und Glied Gebrachte, „wird Sie ſich von dem ſchlechten Kerl ſcheiden laſſen?“

„Wird unnöthig ſein, Herr Bank. Das thut ſicher der Tod. Er ſollte nur ſehen, in welchem elenden Zu⸗ ſtand der Säufer am andern Tage ſich befindet, da würde Er ebenſo wie ich zur Erkenntniß kommen, daß es in kurzer Zeit mit ihm plötzlich ein Ende neh⸗ men wird. Wenn er es noch zwei Monate ſo treibt, iſt's viel.“

„Dann heirathet Sie mich. Einen Kuß darauf, Goldweibel.“

„Ich geb' Ihm keinen“, ſagte Frau Doris verſchämt lächelnd.„Wenn Er ſich einen nimmt, iſt's nicht meine Schuld.“

Das klang ſo lieblich in des Sechs selligen Ohr, wie