Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Die ſchon tief nach Weſten geneigt ſtehende Sonne überglühte mit ihrem Goldglanze den bereits im er⸗ ſten Viertel ſtehenden Mond. In der lauen Luft ſummten Käferſchaaren, einzelne Grasmücken ſangen ihre lieblichen Abendweiſen, während Amſel und Pirole von ihren Neſtern aus geſchäftig die den überreichen Blätterſchmuck der hohen Bäume funkelnd durchbre⸗ chende Sonnenglut begrüßten und die Schwalben im leichten, raſchen Fluge und mit langgezogenem zwitſchern⸗ den Tone dahinſchwirrten.

„Gehen wir nach dem Spielplatz der Kinder“, äußerte Frau Annelieſe.„Unſere liebe Couſine von Bern⸗ burg wünſcht ihren Friedrich ſich herumtummeln zu ſehen, auch Fiekchen iſt dort.“

Der Wunſch der gnädigſten Mama wurde ſofort zur Ausführung gebracht.

Auf dem Spielplatze ging es luſtig her. Da tollte die kleine Welt auf dem ziemlich umfangreichen Raſen⸗ rund lärmend durcheinander. Hier hielt Frau Johanne Sophie Herre, die bürgerlich gebliebene Schwiegertochter Herrn Leupold's, das Regiment aufrecht und überwachte die Kinder.

Dieſe wenn auch nicht mehr in der Jugendblüte ſtehende Dame behauptete eine ſeltſame Sonderſtellung in der fürſtlichen Familie, obwohl ſie durch ihre rechts⸗