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hatte den Grundſatz, nichts in mich hinein zu erziehen, wozu kein Keim in meinem jungen Herzen und Ge⸗ müthe lag. Sie ſah die Erziehung nur für die noth⸗ wendige Nachhülfe deſſen an, was urſprünglich Gutes und der Ausbildung Werthes in mir ruhte, und für eine eben ſo nothwendige Regelung unſtatthafter Nei⸗ gungen oder ernſtliche Bekämpfung von ſchlimmen Be⸗ gierden. Dabei beſchränkte ſie nie meine Freiheit, ſie ſah es gern, wenn ich ſpielte, fröhlich war, weil Kin⸗ derluſt die rechte Sonne fürs Kinderherz iſt. Das un⸗ freie, in ſeinem natürlichen Triebe nach Spiel und Frohſinn zurückgehaltene Kind, und wenn die wunder⸗ barſten Geiſtesgaben in ihm entfaltet würden, bleibt trotzdem ein trauriges, armes Weſen, es iſt eine künſt⸗ lich im Dunkel gezogene Pflanze ohne friſches grünes Leben. So, nach dieſem mütterlichen Beiſpiel, erzog ich meine Kinder und ich genieße jetzt die Früchte die⸗ ſer Erziehung— ich bin eine glückliche Mutter.“
„Ich erlaube mir nicht daran zu zweifeln“, ant⸗ wortete die Bernburgerin,„nur glaube ich, daß die Erziehung von Prinzen, die durch ihre Geburt zur Re⸗ gierung eines Landes beſtimmt ſind, verſchiedene Ab⸗ weichungen von dieſer Norm gebietet.“
„Unter allen Umſtänden legt die mütterliche Er⸗
ziehung den Grundſtein in ihre jungen Gemüther und 2*


