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Herzen, denn ſoviel ich weiß, werden Prinzen erſt mit dem erreichten ſechsten Lebensjahre der männlichen Er⸗ ziehung übergeben. Bis zu dieſer Zeit iſt die Kindes⸗ ſeele wie weiches Wachs für jeden Eindruck empfänglich. Das, was ſie aus dieſer Zeit, wo das Mutterauge, das Mutterherz über ihnen waltet, Gutes mit hinüberneh⸗ men in die, laſſen Sie mich ſagen, neue Lehrbahn, bleibt ihr Eigenthum für ihr ganzes Leben.“
Heiteres Gelächter unterbrach dieſe Unterhaltung, über welche die hohe Dame von Bernburg tiefen Ver⸗ druß empfand. Der Erbprinz kam mit ſeinem jüng⸗ ſten Bruder, Prinz Moritz, und dem jungen Fürſten Carolath in dem Baumgange einher, der in ſchnur⸗ gerader Richtung im Rondel mündete. Durch den Hinzutritt der drei Herren kamen ſofort Geſprächsthe⸗ mas in Anregung, welche die Betheiligung der Damen lebhaft in Anſpruch nahmen. Plötzlich rief der Erbprinz:
„Was mir da einfällt! Ich habe Euch dreien“— er deutete auf ſeine Gemahlin und ſeine beiden Schwe⸗ ſtern—„eine Neuigkeit mitzutheilen, die mir ein Brief vom Grafen Frankenberg, den ich vor einigen Stunden erhielt, meldete.“
„Graf Frankenberg, der ſchleſiſche Cavalier, welcher uns in Bubainen ſo allerliebſt mit ſeinen Taſchenſpieler⸗ ſtückchen unterhielt?“ fragte ſeine Gemahlin.
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