Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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ſeines Lieblings deren einziges Töchterchen, Prinzeß Sophie, zu ſich genommen und auf dieſe mutterloſe Waiſe einen großen Theil der Vaterliebe übertragen, die er für deren ſo früh heimgegangene Mutter gefühlt hatte. Der als preußiſcher Generallieutenant 1737 an den Blattern verſtorbene Erbprinz hatte aus heimlicher Ehe mit der ſchönen und klugen Bürgerstochter Jo⸗ hanna Herre, deren Vater Brauer zu Deſſau war, ſechs Söhne und drei Töchter hinterlaſſen, und Herr Leupold, in gerechter Erwägung, daß dieſe Verbindung ſeines älteſten Sohnes genau auf denſelben Grundſätzen be⸗ ruht habe, wie die ſeine mit Anna Louiſe Föhſe, der Apothekerstochter, betrachtete dieſen kinderreichen Nach⸗ laß als ſeine eigene Familie und gab ſich alle Mühe, für denſelben in Wien das reichsgräfliche Diplom zu erwirken, was ihm immer noch nicht gelungen war. Etwas unangenehm war es Seiner Durchlaucht aber, daß ſich auch noch zwei andere Liebespfänder ſeines ver⸗ ſtorbenen Erſtgeborenen von der Tochter des Deſſauer Superintendenten Schardius vorfanden, indeß die gute Entſchuldigung jenes franzöſiſchen Königs, daß man nicht alle Tage Rebhühner ſpeiſen könne, erſchien Herrn Leupold, welcher vielleicht gelegentlich einen Rückblick auf ähnliche Vorkommniſſe in ſeinem eigenen Leben warf, ſehr plauſibel, ſodaß auch dieſe beiden hinter⸗