Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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laſſenen Enkel ſich ſeiner Huld erfreuten und oft zu Beſuch ins Schloß kamen.

Es war ſelbſtverſtändlich, daß der männliche Theil dieſes Kinderſegens nach ſeines Großpapas Muſter⸗ 4 erziehung militäriſch ausgebildet wurde, und daher gab es im Schloßgarten zu Deſſau zuweilen denſelben oder noch größern Höllenſpectakel wie ehemals. Der alte Herr verſetzte ſich dabei in jene glückliche Zeit zurück, wo ſein Sohn Moritz, der jetzt zum ehrenreichen hohen Offizier im preußiſchen Heere emporgeſtiegen war, mit ſeiner Compagnie Miniaturgrenadiere ihm ſo viel Ver⸗ 1 gnügen bereitet hatte.

Am heutigen Abend war Herr Leupold nicht an⸗ weſend. Er befand ſich in Halle, um ſein ſchönes Re⸗ giment nicht nur exerciren zu laſſen, ſondern auch über einigemordverbrannte Canaillen, die der ſchwerſten Sünde in ſeinen Augen, Widerſetzlichkeit gegen Offiziere, ſich ſchuldig gemacht hatten, Gericht zu halten. Es war jedesmal eine behagliche Empfindung für den al⸗ ten Fürſten, wenn dergleichen Obliegenheiten ihn in Anſpruch nahmen, und er erledigte dieſe mit der grau⸗ ſamen Strenge, die ſeinem rauhen Charakter, der kein Mitleid kannte, eigenthümlich war. Nur in Fällen, wo ſeine Grenadiere in Händel mit den Halleſchen Stu⸗ denten gerathen waren, drückte er ein Auge zu, denn