Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Es war ein kleines armes Judenhaus, das er be⸗ trat, welches aber den Funken eines großen Geiſtes barg, der ſpäter zur höchſten Geltung bei allen Den⸗ kern und Gebildeten gelangte, ein Weiſer ſeiner Zeit, eine Zierde ſeiner Nation, ein milder, verſöhnungsreicher, großer Philoſoph wurde. Eine mehr breite als lange Stube mit niedriger Decke, ziemlich düſter, nahm die Eintretenden auf, die, mit Ausnahme des Doctors, mit den Fingerſpitzen die geheiligte Stelle am Thürpfoſten berührten, wo unter einem Fenſterchen der Name Schadai(Gott) durchblickte, und dann die durch dieſe Berührung gleichſam geweihten Fingerſpitzen küßten.

Gott's willkommen, ſprach Schulmeiſter Mendel zum Doctor,und mag's dem ehrenreichen Herrn gut gehen ſein Lebtag, daß er iſt geweſen der Schützer eines Judenkindes, welches der traurigen Rohheit eines ſchlimmen Weibes anheimgefallen war. Ich kann's dem

Herrn nicht anders lohnen als durch einen Dank in

Worten, denn ich gehöre zu den armen Balbatims(Fa⸗ milienvätern) meines ſo ſchwer geknechteten Volkes. Ich verlange gar keinen Dank, keinen Lohn, und will der Herr, daß ich nicht fortlaufen ſoll wie einer, dem die Sohlen unter den Füßen brennen, ſo laſſe Er den Religionsunterſchied beiſeite. Ich ſag's Ihm offen und ehrlich, daß, als ich dem häßlichen Weibsſtück