Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

59

ſprach der andere Jude, ein wohlhäbiger Mann in einem

, n ſchwarzſeidenen Kaftan und mit einer hohen feinen Krim⸗ n mermütze auf dem Haupte, an den Doctor herantretend.

Es iſt mir auch ſo, als wäre mir der Herr nicht n 4 fremd, antwortete dieſer,aber ich kann mich nicht deutlich erinnern, wo VBeim Herrn Löbel Meyer, Seiner polniſchen Ma⸗ jeſtät Geldnegociant in Dresden, iſtis geweſen vorm Jahre, half ihm jener ein. Ja, ja, die Tochter Herrn Meyer's war plötzlich erkrankt, ich entſinne mich jetzt. Reb Kaſcher, wollt Ihr nicht kommen ins Haus zurück? fragte der Schulmeiſter.Wir können doch nicht ſtehen laſſen den Herrn vor der Thür auf der Straße. Was müßte er denken von unſerer Lebens⸗ art! Und mein Bocherl, mein Moſes, würde ſich freuen, wenn Ihr ihm legtet auf die Makes von dem groben Weibsbilde ein Maiſſle(Geſchichtchen). Er macht mich noch todt, Euer Moſes, durch die h Maiſſle. Wo ſoll ich ſie zuletzt doch herkriegen! lachte Reb Kaſcher.Gott, was für'n wißbegierig Bocherl! Und zu dem Doctor ſich wendend, ſagte er:Gefällt's dem Herrn, mit einzutreten? Ich ſchlag's nicht aus. Mit dieſen Worten folgte der Doctor dem voranſchreitenden Schulmeiſter.