Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Kriegsherrn, bei dem er hoch in Gunſt ſtand, Genüge geleiſtet, rapportirte er des Mannes Erzählung, deren Inhalt ungefähr lautete:

Eines Tages im März verwichenen Jahres ſei ein Cavalier, in einen Mantel gehüllt, in ſeine Werk⸗ ſtatt getreten und habe ihn gefragt, ob er einen Sarg machen wolle. Natürlich hätte er gleich zugeſagt, wor⸗ auf der Fremde ihm fünf Thaler als Aufgeld auf die Hobelbank geworfen und ihm befohlen, ſofort mit ihm zu kommen, um das übliche Maß zu nehmen. Der Cavalier müſſe ein ſehr vornehmer Herr geweſen ſein, denn er hätte unterwegs kein Wort mit ihm geſprochen, und wenn er ihn, den Tiſchler, ja einmal angeblickt, ſo habe er das mit einem Stolze gethan, wie kein Kö⸗ nig dies ſtolzer habe thun können. Ihr Weg hätte in die nächſte Gaſſe geführt; der Cavalier ſei da an der Thür eines großen Hauſes ſtehen geblieben und auf ſein ſtarkes, gebieteriſches Klopfen mit dem Hammer hätte ein Diener mit zwei brennenden Kerzen auf einem Leuchter geöffnet und, als er ſie eingelaſſen, wieder zu⸗ geſchloſſen. In einem ſehr ſchönen Gemach, wo die Leiche einer jungen Dame auf einem Bette gelegen, hätte er nun auf Befehl des vornehmen Herrn das Maß genommen und wäre mit der gebieteriſchen Mah⸗ nung, übermorgen früh den Sarg herzubringen, ent⸗

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