Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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abwarten; ſo überaus eilig muß das doch nicht ſein, bin ja erſt neunzehn Jahre alt, und dergleichen Redens⸗ arten mehr. Und meine Annelieſe hilft ihr, das iſt erſt das ganz Verfluchte bei der Geſchichte! Neulich,'n letzten Tag, ehe ich meine Inſpectionsreiſe antrat, wollte ich's recht klug anſtellen, ſie im Sprenkel fan⸗ gen wie'n Rothkäthchen; bin da freundlich mit ihr geweſen wie meines Hofgärtners grauer Cyperkater, der Lux, der auch immer ſchnurrt und ſpinnt, wenn man ihn hinterm Ohre kraut, und ſage zu ihr:Hei⸗ rathe, Malia; möcht' Euch Mädels gern unter die Haube bringen, ehe es zu ſpät wird, denn alte Blumen riechen nicht mehr und mit Weibergeſichtern hat's ſeine Flüſſe, geht ihnen ſonſt wie den Dachziegeln, verlieren auch ihr neues Roth mit jedem Tage mehr, daß ſie in ein paar Jahren wie ¹n einziger Roſtfleck ausſehen. Ma⸗ jeſtät, ſoll mich der und jener holen, fahren mir die beiden Weibsleute, meine Annelieſe und die Malia, mit einer Menge Kinkerlitzchen auf den Hals, daß ich nicht mehr zu Worte komme und Retraite ſchlagen muß, um nur aus dem Kreuzfeuer ihrer flunkrigen Redensarten zu kommen. Mit einem aufrichtig gemeintenFahrt alle beide zum Teufel!« zog ich mich aus der Affaire. Der König lachte herzlich über die Schilderung des

häuslichen Krieges ſeines ſonſt ſo mannhaften Freun⸗ Franz Carion, Ein deutſcher Fürſt. I. 2