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des Leupold, den er ſcherzweiſe den deutſchen Bayard, den Ritter ohne Furcht und Tadel zu nennen beliebte, auf deſſen Stirn es jetzt aber ausſah, wie wenn ſich an ſchwülen Sommertagen Gewitterwolken übereinan⸗ der thürmen, denn der Ingrimm, den die Erinnerung, ſich von ſeinen Weibsleuten zu einem Rückzuge gezwun⸗ gen geſehen zu haben, in ihm aufrüttelte, ſtieg ihm in heißen Blutwallungen nach der Stirn, dieſe dunkel röthend.
„Möchte Eurer Liebden einen Rath geben“, hob der König nach einer Weile an.
„Hm, Majeſtät, in Teufelei und Fiſſemadentenma⸗ cherei iſt'n Weiberkopf allezeit Nummer eins.“
„Dann behalte ich meinen Rath für mich.“
„Nun, nun, Majeſtät, will damit nicht gerade aus⸗ geſprochen haben, daß es in derlei casibus nicht viel⸗ leicht noch eine Möglichkeit gäbe, durchzudringen.“
„Hören Eure Liebden mir alſo zu“, hob Seine Ma⸗ jeſtät an.„Als ich vor neun Jahren der endloſen Verhandlungen mit England wegen Verheirathung mei⸗ ner Tochter Wilhelmine überdrüſſig war, beſchloß ich der Sache ein ſchnelles Ende zu machen und ſagte zu Minen:„Hol der Teufel die ganze engliſche Sippſchaft, habe ihre Flunkerei ſatt, wie mit Löffeln gefreſſen,'s iſt Alles nur Blakſch—““


