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derblichen Krankheit widerſtanden zu haben als ſeine Augen. Sie hatten daſſelbe Feuer wie ehedem und vermochten noch ſo feſt und durchbohrend auf dem zu haften, der ſeinen Zorn erregt hatte, daß Jeder, dem dies Unglück widerfuhr, ſich in derſelben traurigen Si⸗ tuation befand, wie nach der Sage die kleinen Vögel es ſein ſollen, die in den Bereich des Blickes einer Klapperſchlange gerathen. Was ſeine Gemüthsbeſchaf⸗ fenheit anlangte, ſo war in derſelben eher eine Ver⸗ böſerung als eine Verbeſſerung eingetreten. Die Ohn⸗ macht, in die er ſich durch ſeine Krankheit verſetzt fühlte, erfüllte ihn mit einem faſt ununterbrochenen Zorn, ſodaß die wenigen Stunden, wo ſein Grimm, der gleich einem glimmenden Brande in ſeinem Innern fortfraß, ſich beruhigt hatte, zu zählen waren.
Der heutige Abend erſchien darum allen denen, die durch Dienſtverhältniſſe in ſeine Nähe ſich gebannt ſahen, wie ein fröhlicher Feſtabend. Sein Stock hatte ſie nicht geſchlagen, kein Schimpfwort aus ſeinem Munde — und er beſaß ein ausgiebiges Regiſter ſolcher Wörter — ſie entehrt, er war gut gegen ſie geweſen. Mit einer gewiſſen Eitelkeit hatte er die Oberſtenuniform des Potsdamer Grenadierregiments von blauem Tuch mit rothen Aufſchlägen und ſilbernen Litzen ſich anlegen laſſen, ehe er ſich in die Tabagie begab. Freilich zuckte


