Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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es in ſeinem Geſicht wie tief verbiſſener Groll, wenn er, an ſich niederſchauend, die Einhüllungen von Tü⸗ chern gewahrte, die ſeinen Unterkörper bis faſt herauf zur Herzgrube bedeckten; aber er hatte geſchwiegen, das Vergnügen, ſich wieder einmal nach ſeiner geliebten Tabagie begeben zu können, überwand allen in ihm aufſteigenden Aerger.

Trotz vieler Aehnlichkeiten in den Charakteren Fried⸗ rich Wilhelm's I. und Herrn Leupold's, welchen letztern damals ſchon das Volk in Berückſichtigung, daß er in hohen Militärchargen ſtehende Söhne hatte, den alten . Deſſauer nannte, beſtand doch ein großer Unterſchied zwiſchen ihnen.

Während Friedrich Wilhelm ſich in eine Selbſtver⸗ götterung verirrte, in der er ſich als eine mit uner⸗ bittlicher Strenge waltende, Menſchenleben und Men⸗ ſchenrechte, wenn er es für gut fand, wie dürre, nutzloſe Grashalme zertretende Vorſehung gebarte, hatte ſich der alte Deſſauer jenen naturwüchſigen Humor be⸗ wahrt, der ihm beim Volke und ſelbſt bei der derb gefuchtelten Soldateska als eine höchſt günſtige Art von Empfehlung diente. In beider Augen blieb er der Schockſchwerenöther, mit dem ſich's doch immer noch umgehen ließ, wenn es auch manchmal für den oder jenen ſchlecht ablief. Seine Schnurren und Späße,