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wie ſein Vater, der König, und dieſe Ueberzeugung mahnte ihn gewaltſam, ſo empörend und widerlich es ihm auch ankam, daran zu denken, daß er dann noth⸗ wendigerweiſe von ſeinem bisherigen Einfluſſe ver⸗ lieren werde. Ein prüfender Blick auf den König war ganz geeignet, ihn mit der Möglichkeit vertraut zu ma⸗ chen, daß ſich deſſen Andeutung, von einem Andern angeworben zu werden, vielleicht überraſchend ſchnell erfüllen könne.
Von alledem, womit Mutter Natur den König im Aeußern ſo reichlich ausgeſtattet hatte, waren nur noch Rudera vorhanden, ſeine ganze Erſcheinung zeigte raſch fortſchreitenden Verfall. Unter den verwüſtenden Ein⸗ flüſſen ſeiner Krankheit erſchien ſeine hohe Geſtalt ver⸗ kürzt, verkleinert und ſein ſonſt ſo ſchönes Antlitz, deſſen Alabaſterteint ihm im Knabenalter ſchon ſo großen Aerger bereitete, daß, um es zu bräunen, es männ⸗ licher ausſehend zu machen, er es mit Oel beſtrichen ſtundenlang den heißeſten Sonnenſtrahlen ausſetzte, zeigte ſich jetzt von jenem fahlen, gelblichen Krank⸗ heitshauch überzogen, der an eine nahe Auflöſung er⸗ innert. Es war aufgedunſen, die Waſſerbildung in ſeinem Körper hatte eben alle ebenmäßige Form ver⸗ drängt.
Nichts an ihm ſchien den Einwirkungen der ver⸗


