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wie er ſeine vom Podagra hart heimgeſuchten Füße nannte, liegen hatte.
Herr Leupold, im Glauben, ſein königlicher Freund denke über dieſen Vorſchlag nach, zählte ihm eifrig die Vortheile auf, welche eine ſolche Maſſenergänzung für das preußiſche Heer haben würde, und ſchloß mit der Frage:
„Was halten Eure Majeſtät davon?“
„Eure Liebden“, antwortete der hohe Herr nach einer kurzen Pauſe,„mit der Waſſerſucht und dem ver⸗ fluchten Podagra iſt man nicht einmal der Gedanke von einem Könige mehr. Mich wird bald ein Anderer anwerben.“
„Majeſtät!“
„Ruhig,'s bleibt unter uns. Ich kann die Kerls nicht mehr brauchen, vielleicht der Fritz. Baſta! Nichts mehr davon!“
Herr Leupold verſtummte.
Es war ein Schreck für ihn geweſen, denn der Ge⸗ danke, welchen der König andeutete— mit dem Andern, der ihn anwerben würde, hatte er auf den Tod an⸗ geſpielt— erweckte in ihm eine Reihenfolge von Befürch⸗ tungen, die bei einem Manne von ſo ſtarken Leiden⸗ ſchaften, wie er, tief eindringen mußten. Er wußte, daß der Kronprinz nicht ſo für ihn eingenommen war
H.


