Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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eine gewaltige Silberkanne, das einzige Werthſtück das ſich hier befand, erleichterte, da Jeder den Colle⸗ giumsgeſetzen zufolge auch ſein eigener Diener ſein mußte, indem ſie ſtets vollgefüllt wurde, den Herren mittels eines Hahnes das Einſchenken des köſtlichen Naß in ihre weißen Krüge.

Die Ereigniſſe unſerer Geſchichtserzählung knüpfen an die Vorkommniſſe in einer der letzten Sitzungen des Tabakscollegiums, die Friedrich Wilhelm I. unge⸗ fähr vier Monate vor ſeinem Hinſcheiden abhielt, an. Man ſchrieb damals das Jahr 1740.

Der Winter von 1739 zu 1740 übte hinſichtlich ſeiner vielen Stürme und mannichfaltigen Temperatur⸗ wechſel einen ſehr üblen Einfluß auf Geſunde und Kranke. Unter letztere gehörte der König ganz be⸗ ſonders. Nicht nur die Waſſerſucht im ganzen Kör⸗ per, gegen welche die ärztliche Wiſſenſchaft bereits an ſechs Jahre ohne Erfolg gekämpft, ſondern auch das Po⸗ dagra, an dem er zu Zeiten furchtbar litt, war ihn im höchſten Grade peinigend aufgetreten, und um dieſes vereinte Uebel noch zu mehren, hatte ſich ſein zum Jähzorn geneigtes Gemüth ſo ſehr verbittert, daß ſein geiſtiger Zuſtand zuweilen ins Stadium des Wahn⸗ ſinns überſprang. Selbſt ſeine Diener nahten ſich ihm nur mit Zittern und Zagen; ſie wußten, zu wel⸗