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Herr und meines verſtorbenen Waffenbruders Buſſy⸗ Rabutin einziger Sohn ſei! Ja, ich hatte wohl ſo'ne dunkle Ahnung davon, daß er kein ordinärer Kerl wie die andere Geſellſchaft ſein könne. Er hat mich auch daran erinnert, daß ich einmal zu ihm ſagte, ich ſähe es ſchon, daß er einſt als Offizier vor mir ſtehen würde. Nun, das iſt denn auch richtig eingetroffen. Ein kaiſerlicher Huſarenobriſt hat nur noch eine Sproſſe bis zum General zu erſteigen.“
Die Stimmung im Schloſſe zu Deſſau war nach dem Tode der jungen Fürſtin von Bernburg auf längere Zeit eine ſehr gedrückte, es ging ungewöhn⸗ lich ſtill zu. Als Gäſte wohnten Graf Hubert Buſſy⸗ Rabutin und ſeine Gemahlin daſelbſt. Als beide Arm in Arm zum erſten Mal nach ihrer Ankunft einen Gang durch den Schloßgarten machten, traten ſie auch wie zufällig zu einem der Arbeiter, einem baumlangen Burſchen, der, als er aufſchauend ihrer anſichtig wurde, wie von einen Blitzſtrahl geblendet in die Kniee ſank und aufſchrie:„Herr Gott, iſt denn das menſchen⸗ möglich!“
„Ruhig, mein braver Libuſch“, ſagte der Herr Obriſt, ihm freundlich auf die Schulter klopfend. „Was Du an Korporal Philipp und ſeiner Geliebten,


