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Das Regiment marſchirte nach gehaltener Raſt ohne Muſik und, Trommelſchlag von Bernburg. nach ſeiner Garniſon Halle zurück. Tiefe Stille waltete nun im Schloſſe.
Die junge Fürſtin Louiſe überlebte nur wenige Tage die Freude, ihres Vaters ſchönes Regiment zum letzten Male geſehen zu haben. Sie ſtarb umgeben von allen, die ſie geliebt hatte, gleich einem Soldaten, der in Mitte ſeiner treuen Kameraden fällt. Auch von Brommer hatte ſie Abſchied genommen und deſſen Sibylle grüßen laſſen, die, wie er ihr erzählt, mit ihrem kaiſerlichen Muſikanten und ihren beiden Buben kurz vor dem Ausrücken des Regiments nach, Bern⸗ burg im Vaterhauſe zu Deſſau angekommen ſei. Welch ein vernünftiger Mann der Brommer ſonſt auch war, daß aus dem Korporal Philipp ein Huſarenobriſt und ein Graf geworden ſei, wollte ihm anfangs gar nicht einleuchten; indeß er mußte es zuletzt doch glau⸗ ben, als er ſeinen durchlauchtigen Herrn ſagen hörte:
„Das Schickſal macht mit uns doch ganz verfluchte Kinkerlitzchen, ohne daß wir etwas dagegen haben können. Wer hätte denken ſollen, daß meine Louiſe ſobald dem Tod verfallen würde, ſie, die doch die Luſt und das Leben ſelbſt war! Und wem wäre es wohl eingefallen, daß Korporal Philipp ein hochgeborener


