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erfahren, was der fremde Herr Kamerad mit ihm ge⸗ ſprochen. In der Angſt und Verlegenheit, was er ſagen ſollte, antwortete Major Bonnafox ganz ſinnen⸗ wirr:„Ich ſoll hier meine Stelle quittiren, um—“
„Bei der kaiſerlichen Armee einzutreten?“ fragte der Obriſtlieutenant des Regiments.
„Ja, ja.“
„Welches Glück Sie haben, Herr Kamerad!“ rief der Frager.„Nun, gratulor!“
Und alle wünſchten dem ſo ſehr begünſtigten Major
Glück, während demſelben dicke Schweißtropfen auf der Stirn perlten.
Als Herr Leupold endlich nach einer langen Stunde ſeinen ſo ungewöhnlichen Sitz auf dem Brückengeländer verließ, erblickte er den Obriſt Buſſy⸗Rabutin in einer kleinen Entfernung ehrerbietig ſeiner harrend. Er ſchritt unverweilt auf ihn zu und ſprach:
„Ich brauche Zerſtreuung— bin des Jammers nicht gewohnt, er macht mich zum Kinde. Ach, wie hätte ich denn zur Schwerenoth denken können, daß ich meine Herzens⸗Louiſe verlieren ſollte! So jung, ſo jung und ſchon ſterben! Das iſt grauſam.“
An ſeiner Seite ſchritt Graf Hubert in den Schloß⸗ garten, deſſen verſchlungene Gänge man ſie im eifrigen Geſpräche langſam durchgehen ſah.


