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dem Fräulein von Milagsheim, gethan haſt, wird Dir von uns reichlich vergolten werden. Du warſt uns ein treuverſchwiegener Freund und wir vergeſſen unſere Freunde nicht.“
In Deſſau hatte ſich's bald herumgeſprochen, daß Fräulein Regina von Milagsheim, des Herrn Kanzlers Nichte, als Gemahlin des ehemaligen Korporals Philipp, unter dem ein Herr aus hohem Hauſe verſteckt ge⸗ weſen, eine vornehme Gräfin geworden ſei. Die Freude, ihres Oheims Familie wiederzuſehen, konnte aber von Regina's Seite nicht ſonderlich groß ſein, denn man beobachtete es genau, daß ſie im Ganzen nur zwei Beſuche, einen Begrüßungs⸗ und einen Ab⸗ ſchiedsbeſuch gemacht hatte. Eine ganz andere An⸗ ziehungskraft übte das kleine Haus des Feldwebels Brommer auf Hubert und Regina. Sie verkehrten da täglich. Gottfried Langermann nebſt ſeiner Sibyllle und ſeinen beiden Buben hatten die weite Reiſe von Wien nach Deſſau auf Hubert's Koſten gemacht als Feine und ſeiner Gemahlin treueſte Freunde.
Feldwebel Brommer ward faſt kindiſch vor Freude über ſeine beiden kerngeſunden Enkel, Frau Eva blähte ſich nicht wenig, ſo fürnehmer Freundſchaft wie der eines Grafen und kaiſerlichen Huſarenobriſts ge⸗ würdigt zu werden, der mit Sr. Durchlaucht als guter


