Teil eines Werkes 
4. Bd. (1867)
Entstehung
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Dank und Willkommen zuwinkte. Außer ſich, unter Heulen und Weinen commandirte er, faſt von Thränen erſtickt, das Regiment und ließ es, nachdem es alle Uebungen durchgemacht, aus einander treten, um ſich nach der gehabten Strapaze an den für daſſelbe be⸗ reit gehaltenen Tafeln mit Bier und Brod zu erquicken, während die Offiziere vom Hausmarſchall zum fürſt⸗ lichen Diner eingeladen wurden.

Langſam, den Kopf auf die Bruſt geneigt, begleitet von ſeinen Söhnen, ging Herr Leupold nun zu ſeiner Tochter hinauf. Mit Mühe und nur mit Unter⸗ ſtützung ihrer Mutter und ihres Gemahls erhob ſich die Fürſtin aus dem Armſtuhle bei ſeinem Eintritte.

War das die fröhliche junge Frau, die beim Ab⸗ ſchiede aus dem Vaterhauſe den durchlauchtigen Vater noch mit militäriſchem Honneur begrüßt hatte? Sie war's, aber der nahende Tod hatte allen Jugendreiz, alle fröhliche Luſt von ihr abgeſtreift eine zu früh ge⸗ brochene Blume, deren prächtige Farben verbleicht waren.

Mein gnädigſter Papa, ſagte ſie matt, ihm die abgezehrte weiße Hand entgegenſtreckend.

Mein Kind mein Louiſel! ſchrie der durch⸗ lauchtige Herr auf unter neuen Thränen.Du willſt von hinnen gehen, uns verlaſſen? Kann denn das möglich ſein? Warſt mir ja ſo lieb! Und der Brommer,