der Dir's Exerciren gelernt, hat auch bitterlich ge⸗ weint, als ich ihm ſagte, mein Lieſel werde ſterben.“ Die junge Fürſtin hatte ſeine Hand an ihre Lippen gezogen und küßte ſie. Ein Lächeln überleuchtete ihr blutlos ſcheinendes, aber immer noch liebliches Geſicht und leiſe ſagte ſie: „Muß ich nicht des Herrgotts Ordre reſpectiren? Der ruft mich zum Appell. Und er hat Alles ſo gut mit mir gemacht, ſo gut! Am Ende meines Lebens ſehe ich alle um mich, die ich lieb gehabt habe— alle! Ich werde fröhlich ſterben wie ein Soldat, der in Mitte ſeiner Kameraden fällt. Ich habe des gnä⸗ digſten Papas ſchönes Regiment noch zum Abſchied geſehen— auch meine liebe Regina iſt zu mir gekommen und—“ Die Stimme verſagte ihr, ſie mußte ihren Ge⸗ danken durch einen Wink mit der Hand Ausdruck geben. Aus der Vertiefung des Zimmers trat auf dies Zeichen eine junge Dame und an ihrer Seite der fremde Offizier, ein öſterreichiſcher Huſarenobriſt, heran. Herr Leupold, der in ſeinem übergroßen Schmerze bisher für nichts im Zimmer Augen gehabt hatte, ſchien förmlich zu erſtarren vor dem ihm jetzt werden⸗ den überraſchenden Anblick. „Korporal Philipp!“ ſchrie er auffahrend.„Bin ich im Traume oder wache ich?“
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