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wahrhaft bewundernswürdige Sorgfalt und Zärtlich⸗ keit an den Tag gelegt hatte, als ſie dem Tode nahe war. Als Erbin der Liebe, die die Verſtorbene in ſeinem Herzen beſeſſen hatte, war dies Bewußtſein für ſie um ſo heiliger, weil es ihr einen ſichern Halt und die Erkenntniß verlieh, wie bei allen ſeinen nicht geringen Fehlern ein von dieſen nicht überwuchertes natürliches und nicht ſelten faſt an Kindlichkeit er⸗ innerndes edles Empfinden ein Kleinod ſei, das um ſo höhern Werth beſaß, als es nicht von ihm zur Schau getragen wurde.
Ihre Klugheit rieth ihr ſtets, jede Verlegenheit ihr gegenüber von ihm fern zu halten, und deshalb warf ſie jetzt ſchnell die Frage auf:„Weißt Du viel⸗ leicht, wer den Kaiſer zu dieſer Zuſammenkunft mit Sr. Majeſtät begleiten wird?“
„Nein, aber ich hoffe meinen alten Waffenbruder Eugen da zu treffen. Wäre mir ſehr lieb, kann's nicht leugnen; möchte doch wiſſen, von wem die bei dem Feuer in Wörlitz mitverbrannten Briefe waren. Denke manchmal daran und ärgere mich, daß mir der Streich paſſiren mußte. Hab's Anfragen unterlaſſen,
weil ich dem Prinzen nicht läſtig fallen wollte;
hätt's doch thun ſollen. Das kommt daher, wenn man ſo verdammt beſcheiden iſt.“


