Teil eines Werkes 
4. Bd. (1867)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

160

gleichſam als ihm von dieſer Familie gewährte Ent⸗ ſchädigung für den Verdruß, durch eine Milags⸗ heim zum Bräutigam ohne Braut geworden zu ſein, intereſſirte ihn durchaus nicht. Sarkaſtiſch äußerte er gegen ſeine ihm dies mittheilende Gemahlin:„Wenn ihm dieſe zweite Braut nur nicht auch zum Teufel geht!“

Der Sommer hatte heiße Tage gebracht, nichts⸗ deſtoweniger verhängte er über ſeine Soldaten alle Arten von Marſch⸗ und Exercirübungen. Die un⸗

geſchulten Deſſauer wurden beſonders ſcharf gedrängelt,

ſodaß man auf die Vermuthung hätte kommen können, der Landesvater beabſichtige ſeine Landeskinder durch Ausſchwitzung alles überflüſſigen Fettes geſchickt zu ihrem erhabenen Berufe zu machen. Um dieſe Uebungen genau zu überwachen, hatte er das fürſtliche Amthaus zu Wörlitz gleichſam zu ſeinem Hauptquartier gemacht. Gegen Ende des Julimonats war die Hitze zu einer drückenden Schwüle geworden. Der Himmel hatte ſich ſchon ſeit ein paar Tagen mit ſchwarzen Wolken bedeckt, welche ſich jedoch beim Herannahen der Abendzeit immer wieder aus dem Geſichtsbereich ent⸗ fernten; aber an einem der Abende vermehrte ſich das ſchwarze Wolkengebirge, ſtatt zu verſchwinden, ſo anſehnlich, daß mit Gewißheit der Ausbruch eines

ſe